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Die Geschichte vom Bier
Über wahrscheinlich kein anderes Getränk der Welt existieren so viele Legenden

Der 23. April ist in Deutschland der Tag des Bieres, denn an diesem Tag im Jahre 1516 verkündete der bayerischen Herzog Wilhelm IV in Ingolstadt das Reinheitsgebot für das Bier und damit das älteste Lebensmittelgesetz der Welt.

Bier gilt ja schlechthin als „Männergetränk“. Frauen und Biertrinken, für viele passt das nicht so recht zusammen. Dabei hatten Frauen in der Geschichte anfangs mal eine enge Beziehung zum Bier. Ceres, die Göttin der Feldfrucht und des Wachstums, taucht zum Beispiel im lateinischen Wortes für Bier „cervisia“ auf. Bierbrauen war lange Zeit Sache der Frauen, und zur Mitgift, die eine Frau in die Ehe mitzubringen hatte, gehörte sogar ein Sudkessel.

Heute ist es oft das Image des Dickmachers, das Frauen vom Biertrinken abhält, obwohl Bier weit weniger Kalorien enthält als etwa Wein oder Sekt. Tatsache aber ist: Während 87 Prozent aller Männer Bier trinken, viele sogar täglich, trinkt gerade jede zweite Frau gelegentlich Bier.

Im Mittelalter entstanden durch die fehlenden Kühlmöglichkeiten spezielle Bierkeller, die meist direkt neben den Brauhäusern angesiedelt waren. Um diese Bierkeller vor der Sonne zu schützen, pflanzten die Brauer häufig Kastanienbäume an, weil Kastanien die größten Blätter haben. Die Darunter wurden Tische und Bänke gestellt und Bier verkauft. Münchener Wirte, die sich in ihrer Existenz bedroht sahen, lehnten sich gegen diese „Biergärten“ auf. Sie forderten, dass Brauer ihr Bier nur an die Wirte liefern sollten und nicht direkt an die Bevölkerung. Um den Streit zu schlichten, bestimmte König Ludwig I., dass der Bierausschank für die Brauer erlaubt ist, Essen aber nicht verkauft werden darf. Bei Bedarf mussten sich die Besucher der Biergärten ihr Essen also selber mitbringen. Noch heute unterscheiden sich die bayrischen Biergärten von den übrigen dadurch, dass man sein Essen selber mitbringen darf.

Noch heute ist das Anstoßen mit Biergläsern und Bierkrüge eine weit verbreitete Tradition. Das war früher als Vertrauensbeweis eine gängige Tischsitte. Grund dafür war, dass das Vergiften von Personen damals durchaus häufig vorkam. Daher stieß man aus Vorsicht mit den Krügen so kräftig aneinander, dass das Bier auch in den Krug des Gegenübers schwappte und eine mögliche Vergiftung für beide Personen Konsequenzen gehabt hätte. Die Bereitschaft, mit jemandem anzustoßen, besagte also: Es ist alles in Ordnung, ich habe das Bier nicht vergiftet.

Das größte Bierfest der Welt ist das Münchner Oktoberfest. Es beginnt immer am vorletzten Wochenende im September und endet am ersten Sonntag im Oktober. Das Oktoberfest hat jährlich mehr als sechs Million Gäste. Auf der Wies’n werden durchschnittlich an die fünf Millionen Maß Bier getrunken – vor allem in den Festzelten der Münchner Traditionsbrauereien. Entstanden ist das Oktoberfest am 12. Oktober 1810, als Kronprinz Ludwig von Bayern und Prinzessin Therese von Sachsen-Hildburghausen ihre Vermählung feierten. Zu dem Fest lud das Paar auch die Münchner Bürger ein – auf eine Wiese, die damals noch außerhalb der Stadt lag und zu Ehren der Braut den Namen “Theresienwiese” bekam.

Es gibt einige wenige Brauereien, die brauen ein Vollmond-Bier. Das machen sie logischerweise nur zwölf Mal im Jahr, immer wenn Vollmond ist, nachts, wenn andere Leute schlafen. Die Idee stammt aus einem Land, das berühmt ist für seinen Käse und auch für seine Kräuterbonbons, nämlich aus dem Appenzell in der Schweiz. Und so von ungefähr kommt das nicht, denn die Region ist ja auch bekannt für alte Traditionen und Mythen. Angeblich wirkt sich die Vollmondnacht auf den Brauprozess und den Sudvorgang besonders positiv aus, so die Schweizer.

Neben dem Bier gibt es wahrscheinlich kein zweites Getränk, über das so viele Legenden existieren – vom Zaubertrank des Druiden Miraculix vielleicht mal abgesehen. Bier macht zum Beispiel nicht dick. Denn Bier hat zum Beispiel weniger Kalorien als ein Glas Milch. Aber die Menge macht’s. Und Bier regt den Appetit an. Und wer sich dann nicht zurück hält, darf sich über seine Warsteiner Wampe nicht wundern.

Bier trinken kann sogar sehr gesund sein. Forscher der Brauerei-Hochschule Weihenstephan haben herausgefunden, dass Bier ideal für Sportler ist. Durch die Kohlenhydrate ist Bier ein guter Energiespender. Und auch für das Gedächtnis ist Bier gut. Wer täglich ein Glas trinkt, hat einen höheren IQ als andere. Im Durchschnitt jedenfalls. Mit einem Glas kann man sich also intelligent trinken, mit allem, was darüber hinaus geht, kann man sich immerhin noch Frauen schön trinken.